Bürger wehren sich gegen Altro Mondo

Veröffentlicht am 15.01.2018 in Ortsverein

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger machten ihrem Ärger über die Altro Mondo in Barkenberg Luft.

Am Mittwoch, 11.01.2018, folgten mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger der Einladung des SPD-Ortsvereins Wulfen (Barkenberg) zu einer Bürgerversammlung ins Gemeinschaftshaus Wulfen. Thema des Abends war die geplante Mieterhöhung der Altro Mondo. Als Hauptredner war Martin Röper vom Mieterverein Dorsten e.V. eingeladen. Dr. Hans-Udo Schneider moderierte die Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern. Dabei war es wichtig, zu erfahren, welche Erfahrungen die Mieterinnen und Mieter mit der Altro Mondo gemacht haben. Die Anwohner berichteten von teils chaotischen, nicht hinnehmbaren Zuständen. Beschwerden, mangelnder Service und eine Gesellschaft, die sich hinter Anwälten und Service-Hotlines versteckt sind nur die Spitze des Eisbergs, so der Tenor der Versammlung.

Martin Röper, Rechtsanwalt und Experte auf dem Gebiet „Wohnen“, gab den Besuchern konkrete Ratschläge für ihre Probleme. Die wichtigste Botschaft des Abends: Stimmen Sie der Mieterhöhung nicht zu.

 

Hintergrund

An kaum einer anderen Stelle wird das Politikversagen für die Menschen so hautnah spürbar wie in der Wohnungspolitik. Ab Mitte der 90er Jahre verscherbelten Bund, Land Kommunen, Bahn, Post und andere öffentlich kontrollierte Institutionen im Zuge der neoliberalen Wende ihr Tafelsilber und privatisierten ihre Wohnungsbestände. Die Folge: Einige große Unternehmungen beherrschen den Wohnungsmarkt. Getrieben von Profitgier der Investoren sind Wohnungen zu bloßen Ware verkommen. Für die Mieterinnen und Mieter sind die Wohnungen aber ein existenzielles Bedürfnis wie die Luft zum Atmen und das Wasser zum Trinken. Viele Mieter werden aus ihren Wohnungen vertrieben, weil sie mit den ständigen Mietsteigerungen nicht mehr mithalten können.

So haben in Deutschland 422.000 Menschen – wie eine jüngst veröffentlichte Studie belegt – keine Wohnung. Sie leben in Schlichtwohnungen ohne eigenen Mietvertrag oder sogar auf der Straße.

Unter denjenigen, die keine Wohnung haben, sind 32.000 Kinder. Mittlerweile fehlen Deutschland 1 Million Wohnungen. Dabei wird gebaut auf „Teufel komm raus“. Nur an der falschen Stelle und an den Bedürfnissen von Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen vorbei. Jetzt rächt sich die Privatisierung der Wohnungsbestände und des öffentlichen Wohnungsbaus.

Barkenberg – Spielball der Wohnungsbaugesellschaften?

In Barkenberg zeigen sich die Probleme der Wohnungspolitik wie in einem Brennglas. Vor zwei Jahren sind viele Wohnungen in den Besitz der „Altro Mondo“ übergegangen. Schon bald zeigte die „andere Welt“ ihr hässliches Gesicht: keine Hausmeister, kein Ansprechpartner, monatelanges Warten auf Reparaturen, keine Pflege der Außenanlagen, kein Winterdienst, völlig unzureichendes Putzen der Flure und Treppenhäuser. Stattdessen: Erhöhung der Nebenkosten und die Forderung drastisch erhöhter Mieten.

Für beides gibt es keine Grundlage. Auf der Mieterversammlung des SPD-Ortsvereins Wulfen kam all dies zur Sprache. Der Gipfel der Unverschämtheit: die Altro Mondo hat die Wasserrechnungen nicht bezahlt mit der Folge, dass die Mieter unter der Drohung standen, dass der Wasserversorger ihnen das Wasser abstellt. Mittlerweil hat die Altro Mondo Zahlungen geleistet. Nach wie vor unklar ist aber, ob die angedrohte Wasserabsperrung nur aufgeschoben oder gänzlich vom Tisch ist.

Der SPD-Ortsverein wird weiter an der Seite der Mieterinnen und Mieter stehen und ihre Anliegen in der Öffentlichkeit vertreten.

 
 

Jennifer Schug 
Stadtverbandsvorsitzende
stadtverband@spd-dorsten.de

Friedhelm Fragemann
Ratsfraktionsvorsitzender

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