Rhade: Wer erinnert sich an Anna Roszyk?

Veröffentlicht am 29.01.2018 in Frauenpolitik

Anna Roszyk

Sozialdemokratin der ersten Stunde – Dorstener Online- Lexikon mit interessantem Beitrag

Wer etwas schnell über Dorsten und interessante Personen der Lippestadt wissen will, wirft einen Blick in das Online- Lexikon, das unter www.dorsten- lexikon.de im Internet kostenlos aufgerufen werden kann. Wolfgang Stegemann hat hier im Laufe der letzten Jahre fast 3000 Begriffe und Personenbeschreibungen mit Dorstener Bezug zusammengestellt. Lesenswert! Anna Roszyk, eine Sozialdemokratin der ersten Stunde und im Ortsverein Rhade beheimatet, wurde jetzt ganz aktuell hinzugefügt. Wir veröffentlichen heute den Beitrag über Anna Roszyk und bitten im Namen des Lexikon- Herausgebers die Leser um Unterstützung. Gibt es weitere Informationen oder Fotos über Anna Roszyk?

 

Roszyk, Anna Emma

Schon 1919 trat sie mit 28 Jahren in die SPD ein und wohnte zuletzt in Rhade

 

Geboren 1891 in Hüllen Geklsenkirchen bis 1985 in Dorsten-Rhade; Sozialdemokratin der „ersten Stunde“. – Sie trat 1919 in Gelsenkirchen in die SPD ein, als nach dem Ersten Weltkrieg, das Kaiserreich abdankte und die Sozialdemokraten das Land als Republik aufbauen mussten. Da wohnte sie bereits verheiratet in der Zollvereinstraße 14. Bevor Anna Emma Roszyk geborene Sengotta nach Rhade zog, wohnte sie zusammen mit ihrer Tochter Gertrud (1909- 1973) in Hervest-Dorsten, Wittenbrink 14. Dort war sie von 1949 bis 1973 gemeldet. Im Adressbuch der Stadt sind Mutter und Tochter 1972 noch unter der Wohnadresse Wittenbrink aufgeführt. Danach taucht sie darin nicht mehr auf. Wann sie nach Rhade kam, ist bislang nicht bekannt, offensichtlich nach dem Tod ihrer Tochter. Es gibt darüber keinen Eintrag in der Meldekartei der Stadt. Rhade war damals noch eine selbstständige Gemeinde.

Ihre Eltern waren der Bergmann Friedrich Sengotta (geboren 1863 in Schöndamerow/Ostpreußen) und Eva, geborene Kullik, aus Langenwalde/Ostpreußen. Bereits verheiratet kamen die Eltern nach Gelsenkirchen- Bulmke- Hüllen, wo Anna Emma als erstes Kind der Eltern am 20. Februar 1891, vormittags um neun Uhr in der Wohnung Grillostraße 38 geboren wurde. Sie hatte noch zwei Geschwister: Wilhelm (geb. 1893 in Ge- Hüllen) und Friedrich (geb. 1895 in Hechendorf/Oberbayern).

 

Ihre Zwillinge Gertrud und Gerhard wurden 1909 in Gelsenkirchen geboren

Verheiratet war sie mit Emil Roszyk, geboren 1885 in Dombrowken/Kreis Johannisburg (Ostpreußen). Er war ebenfalls Bergmann. 1908 wird Anna Roszyk, in Rotthausen wohnend, als Dienstmädchen geführt, später arbeitete sie als Schneiderin. Sie heiratete 1908 udn wohnte in Rotthausen. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, die Zwillinge Gertrud und Gerhard, geboren am 6. Dezember 1909 in Gelsenkirchen. Gerhard starb beits drei Wochen nach der Geburt. Wann der Ehemann starb, ist hier nicht bekannt. Die Tochter Getrud lebte mit ihrer Mutter in Hervest zusammen und starb dort 1973. Anna Emma Roszyk 12 Jahre später in Rhade. Bis dahin lebte sie alleinstehend in Rhade. Sie begründete in Dorsten die Arbeiterwohlfahrt mit, in der sie aktiv tätig war. An politischen Vorgängen war sie hochinteressiert. Bundeskanzler Willy Brandt schickte ihr anlässlich ihrer 60-jährigen SPD-Mitgliedschaft 1979 eine persönlichen Gratulation und zu ihrem 90. Geburtstag gratulierte ihr der Dorstener Bundestagsabgeordnete Dr. Ulrich Steger (SPD) persönlich. Dirk Hartwich (Rhade) erinnert sich, dass Anna Roszyk, schwer auf den Stock gestützt, täglich in ein kleines Lebensmittelgeschäft in Rhade ging. Zu Wahlkampfzeiten ließ sie „unabsichtlich“ einen SPD-Kugelschreiber fallen. Helfer waren immer zur Stelle. Auf den erstaunten Hinweis „Oh, Frau Roszyk, SPD?“, erwiderte sie stolz und kämpferisch: „Was denken sie denn!“

 

Ihre Schilderungen über ihr Leben in der Partei wurden vergessen
 

Anna Roszyk trat 1919 in die SPD ein. Zu einer Zeit also, als Frauen in der Partei noch selten waren. Denn erst nach Ausrufung der Republik erließ die provisorische Reichsregierung aus SPD und USPD Ende 1918 erstmals das Frauenwahlrecht. Dennoch blieben Frauen in Gremien und Ämtern noch lange unterrepräsentiert. Das ändert sich entscheidend mit der Einführung der Quote. An den Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung beteiligten sich 78 Prozent der Frauen, darunter Anna Roszyk. Wie sie diese Zeiten – vermutlich in Gelsenkirchen – erfahren, erlebt und überlebt hat, darüber gibt es – auch bei der lokalen SPD selbst – keine Informationen mehr. Als Anna Emma Roszyk 1971 in Rhade ihren 80. Geburtstag feierte, gratulierten ihr die Parteigenossen und schrieben in der lokalen SPD-Zeitung u. a.: „Es ist beeindruckend, wenn sie anhand von Beispielen den schweren Stand von Sozialdemokraten schildert.“ Doch was sie schilderte, scheint vergessen, wie etlicher Standorte ihres Lebens auch.

Anmerkung: Wenn ein Leser oder eine Leserin mehr über Anna Roszyk weiß, vor allem, wie sie die ersten Jahre ihres Lebens in Krieg und in der Politik verbracht hat, wären wir für Informationen dankbar: Telefon 02362-787570 (Stegemann). – Quellen: Erinnerungen 2017 von Dirk Hartwich (Rhade). – Christa Setzer, Stadtarchiv Dorsten. – Lisa Bauckhorn, Pressestelle der Stadt Dorsten. – „60 Jahre in der SPD” in RN vom 27. Okt. 1979. – „Willy Brandt schickte ihr persönlichen Brief“ in RN vom 31. Okt. 1979. – „Seniorin der SPD wird 90“ in RN vom 20. Febr. 1981. – „Er, Sie, Es – Anna Roszyk …“ in der WAZ vom 20. Febr. 1981. – Norbert Silberbach vom Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, Informationen vom 11. Jan. 2018.

 
 

Jennifer Schug 
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