Gleiche Bildungschancen für alle? - Das Lebensumfeld spielt eine entscheidende Rolle

Veröffentlicht am 28.03.2018 in Schule und Bildung

Eine überraschende Erkenntnis aus Niedersachsen

„Kann ich nicht glauben“, so der erste Kommentar eines Bildungsexperten, als er mit zeri Zahlen konfrontiert wurde. Während in Braunschweig 48% aller Schüler das Abitur machen, sind es in Cloppenburg nur 18%. Wie das? Sind die Kinder in Cloppenburg dümmer? Oder spielt die Herkunft und das Lebensumfeld die entscheidende Rolle? In Braunschweig leben rund 250.000 Einwohner, im nur 200 Kilometer entfernten Landkreis Cloppenburg immerhin 166.000. Braunschweig ist Groß- und Universitätsstadt, VW ist nicht weit entfernt, Cloppenburg dagegen ist ländlich geprägt. Die Landwirtschaft und Schweinezucht spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Und genau hier scheint der Unterschied zwischen 18 und 48 Prozent erklärbar zu werden. In Braunschweig fördern die Eltern den Bildungsweg ihrer Kinder ganz anders als in Cloppenburg. Hier ist der beste Schulabschluss gerade gut genug, während in Cloppenburg das Bewährte, sprich der Werdegang der Eltern, entscheidenden Vorbildcharakter für den Nachwuchs hat.

An dieser Stelle soll nicht weiter darüber berichtet und gerätselt werden, was die niedrige Abiturquote in Cloppenburg mittelfristig für die Kinder und die Region bedeutet. An dieser Stelle sollte hinterfragt werden, ob unser Bildungssystem, das 16 unterschiedliche Ländermodelle kennt, noch zeitgemäß ist. Und ob die Zahlen aus Niedersachsen ein Zufallsprodukt sind, oder auch in NRW gefunden werden. Konkret könnte man mal fragen, wie viele Schüler aus Dorsten (76.000 EW) verlassen als Abiturienten die Schule und wie viele sind es in Leverkusen (163.000 EW)?

Bericht von Dirk Hartwich, SPD-Ortsverein Rhade, auf Basis des ZEIT- Dossiers vom 15. März 2018 „ In Braunschweig machen 48% der Schüler Abitur. In Cloppenburg 18%. Wie kann das sein?“

 
 

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