Atlantis geht nicht unter – Rat stimmt Verlustausgleich zu

Veröffentlicht am 22.11.2010 in Beschlüsse

Dirk Schult, SPD-Ratsherr aus Holsterhausen.

Die Dorstener Schwimmbäder werden nicht trocken gelegt – mit breiter Mehrheit stimmte der Rat in seiner jüngsten Sitzung dem erhöhten Verlustausgleich 2009 und 2010 zu und sagte auch für 2011 den Verlustausgleich zu. Die SPD-Fraktion stellt sich hinter die Dorstener Schwimmbäder und stimmte den Anträgen auf Verlustübernahme zu. Die Alternative: Ohne die Verlustzusagen hätten die Dorstener Schwimmbäder Insolvenz anmelden müssen.

Die Zahlen: im Haushalt wurden für die Schwimmbäder Verluste von 1,33 Mio. Euro eingeplant. 2009 fielen jedoch 1,355 Mio. Euro, 2010 sogar 1,730 Mio. Euro Verluste an. 2011 wird mit einem Defizit von 1,55 Mio. Euro gerechnet. Hauptursache für das erhöhte Minus in diesem Jahr ist der Besucherrückgang. Die Wirtschaftskrise macht sich auch an den Kassen der Dorstener Schwimmbäder bemerkbar, außerdem nahm die Konkurrenz zu, in Oberhausen wurde ein weiteres Spaßbad eröffnet.

Schwimmen ist für die Stadt Dorsten kein billiges Vergnügen. 1,5 Mio. Euro kostet der Baukredit jedes Jahr, dazu kommen die Verluste aus dem laufenden Betrieb. Macht zusammen ganz grob 3 Mio. Euro pro Jahr. Wer jedoch glaubt, durch Schließen der Bäder dieses Geld einsparen zu können, irrt. Der Baukredit muß schließlich weiter abbezahlt werden, macht 1,5 Mio. Euro pro Jahr. Außerdem müßte die Stadt Dorsten für das Schulschwimmen Hallenzeiten in anderen Städten einkaufen und den Bustransfer bezahlen. Und was soll aus dem Atlantisgebäude werden? Der Abbruch würde weiteres Geld kosten. Oder entschlösse man sich, das Bad für bessere Zeiten stehen zu lassen, würden dennoch Unterhaltungskosten anfallen. Das Gebäude müßte beispielsweise weiter beheizt werden, soll es nicht zur Ruine werden. Unter dem Strich ließe sich nur wenig Geld einsparen – aber Dorsten hätte überhaupt kein Schwimmbad mehr.

Die SPD stellt sich hinter die Dorstener Schwimmbäder – und ist bereit zur Verlustzusage. Das ist aber kein Freibrief für unbegrenzte Verluste. Die Bäder gehören auf den Prüfstand. Wie und wo kann Geld eingespart werden? Wie kann die Einnahmeseite verbessert werden? Ja, Schwimmen wird immer ein Verlustgeschäft bleiben. Aber die Verluste müssen begrenzt werden.

 
 

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