"Bildung und Schule sind die zentralen Themen unserer Zeit"

Veröffentlicht am 23.03.2017 in Bildung & Forschung

Jennifer Schug, SPD-Stadtverbandsvorsitzende.

"Bildung und Schule stellen für mich persönlich, als Mutter von 3 schulpflichtigen Kindern und als Vorsitzende der SPD in Dorsten, die zentralen Themen unserer Zeit dar!"

Bildung als zentrales Erziehungswerkzeug

Bildung ist eine der Säulen unserer Gesellschaft, die - wie nichts anderes - jeden einzelnen Bereich unseres Miteinanders und maßgeblich die soziale Gerechtigkeit in unserem Land beeinflussen. Es gibt kein anderes Mittel, mit dem wir Menschen so stark lenken und prägen können, wie mit (schulischer) Bildung. Und das müssen wir stärker nutzen!

 

Es sind diese Schuljahre, die wir nutzen können und müssen, um unseren Kindern nicht nur Wissen, sondern vor allem auch moralische und ethische Werte zu vermitteln. Bildung alleine genügt nicht. Und auch Wissen alleine genügt nicht. Erziehung ist das, was gerade auf Seiten der Schule in den Vordergrund rücken muss - Erziehung im Sinne einer Wertevermittelung. Erziehung, die wegführt von Einzelkämpfertum, Egoismus und Gleichgültigkeit gegenüber anderen und hinführt zu Teamgeist, Verantwortungs- und Mitgefühl und Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen.

Und diese Bildung und diese Wertevermittlung muss selbstverständlich jedem Kind offen stehen. Wir müssen ein Schulsystem gewährleisten, welches jedem Kind, unabhängig von Herkunft, Religion oder Bildungsgrad der Eltern, die gleiche Chance auf bestmögliche Bildung bzw. auf höchstmöglichen schulischen Abschluss garantiert. Und wir müssen unsere Schulen und Lehrer mit allem Notwendigen ausstatten, um diesen Bildungsauftrag bestmöglich ausfüllen zu können.

Die Dorstener Schullandschaft

In Deutschland sind wir leider von diesem Idealbild in vielen Bereichen noch weit entfernt. Und auch die Dorstener Schullandschaft stellt hier keine Ausnahme dar - eher im Gegenteil!

1. Kindergärten & Grundschulen


Die ersten Hindernisse für Chancengleichheit finden sich in Dorsten bereits in Kindergärten und Grundschulen:

  • es fehlen innerhalb unserer Stadt eine erhebliche Zahl von Kindergarten- und OGS-Plätzen;
  • es herrschen extreme Unterschiede bzgl. der Klassengröße an Grundschulen (von 17 bis 30 Schüler);
  • übervolle Klassen findet man gerade an Grundschulen in den Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, sozial schwachen Personen und einem hohen Anteil an Kindern, die unter die Definition von Kinderarmut fallen.

Die Folgen dieser Missstände sind dramatisch:

  • einer nicht geringen Zahl von Kindern wird in Dorsten frühpädagogische Bildung (Sprache, Sozialverhalten, etc.) komplett verwehrt;
  • große Unterschiede in der Unterrichtsqualität, denn die Stärke einer Klasse ist eine der wichtigsten Variablen im Hinblick auf moderne Unterrichtsführung und Lernerfolge;
  • Schüler werden von ihren Eltern morgens und mittags quer durch die Stadt zu der Grundschule ihrer Wahl gefahren. Und diesen "Luxus", sein Kind in einem anderen Stadtteil an einer Grundschule anzumelden - können sich die wenigsten Eltern zeitlich und/oder finanziell leisten. (Siehe Studie der Bertelsmannstiftung vom 16.01.2016: Freie Grundschulwahl verschärft die soziale und ethnische Trennung von Schülern)
     

2. Weiterführende Schulen

Auch hinsichtlich der weiterführenden Schulen kann in Dorsten von einer breit aufgestellten, Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit gewährleistenden Schullandschaft keine Rede sein.

Auch hier gibt es erhebliche Hindernisse, die wir dringend beseitigen müssen:

  • das vorgezogene Anmeldeverfahren für bestimmte weiterführende Schulen, das dazu führt, dass diese Schulen sich ihre Schüler quasi „herauspicken“ dürfen;
  • Schulen, die bis zu 40 Dorstener Kinder ablehnen und einen 40-prozentigen Anteil von Kindern aus umliegenden Gemeinden aufnehmen;
  • eine große Zahl von Kindern, denen die Aufnahme an ihren Wunschschulen verweht wird;
  • bauliche, aber vor allem auch sachliche Ausstattungen, die weit hinter einen adäquaten Standard und auch weit hinter dem Standard, den unserer Nachbargemeinden bereits erreicht haben, zurückliegen.
     

Fazit

Ich bin überzeugt, dass es immens wichtig und zwingend notwendig ist, den Eltern- bzw. Schülerwillen ernst zu nehmen, sich also das Anmeldeverhalten der Dorstener Elternschaft, die sog. Abstimmung mit Füßen, genauestens anzusehen!

Unsere Dorstener Schullandschaft hat sich überholt und muss den Standards der heutigen Zeit angepasst werden. Sie weist erhebliche Defizite auf und diese müssen wir beseitigen, um insbesondere auch soziale Gerechtigkeit für unsere Kinder zu gewährleisten.

Die sehr einfache und allgemeingültige Regel sollte lauten: So wenige Schulwechsel wie möglich, mit besten Abschlussmöglichkeiten und größter Durchlässigkeit nach oben, unabhängig von der Herkunft!

Die Dorstener SPD hat sich das Ziel gesetzt, alles daran zu setzen, die Schullandschaft in Dorsten modern, sozial gerecht und angemessen ausgestattet aufzustellen!

Jennifer Schug
Vorsitzende der SPD in Dorsten

 
 

Jennifer Schug 
Stadtverbandsvorsitzende
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