Das neue Team kann selbstbewusst starten

Veröffentlicht am 28.04.2018 in Landespolitik

Michael ("Mike") Groschek, Landesvorsitzender der NRW-SPD.

Michael Groschek (61) kandidiert nicht erneut als Landesvorsitzender. Im Interview zieht er nach turbulenten Monaten und 17 Jahren Landespolitik Bilanz.
 

Du hast nach der verlorenen Landtagswahl in schwieriger Lage als Landesvorsitzender genauso wie Svenja Schulze als Generalsekretärin Verantwortung übernommen. Wie siehst Du das vergangene knappe Jahr?

Ich gebe zu: Es war anstrengend. Vielleicht sogar anstrengender als die gesamten fünf Regierungsjahre. Aber es hat Spaß gemacht.

Was genau war mühsam?

Nach der verlorenen Landtagswahl waren unsere Mitglieder natürlich wütend. Svenja Schulze und ich haben uns der Wutwelle gestellt und Kritik aufgenommen. Dann galt es, motivierend zu mobilisieren. Im Bundestagswahlkampf war ich selbst in mehr als 40 Wahlkreisen mit den Kandidatinnen und Kandidaten an den Haustüren. Die weit verbreitete Distanz „Wir hier unten – Ihr da oben“ müssen wir als Weckruf nutzen. Der Alltag muss wieder stärker unseren Parteitag prägen.

Inwiefern haben sich die Anstrengungen gelohnt?

Ein echtes Geschenk war dann die intensive Diskussion um Pro- und No-GroKo. Wir haben die kontroverse Diskussion wiederentdeckt und in NRW Fairplay geübt. Der Koalitionsvertrag mit SPD-Handschrift und drei weibliche Kabinettsmitglieder der NRWSPD in der Bundesregierung sind sichtbare Erfolge.

Wie muss sich die Sozialdemokratie aufstellen?

Sie muss begreifen, dass eine neue Zeit neue Antworten erfordert. Die „Willy wählen“-Generation muss jetzt Platz machen für eine andere Generation, die Willy nur noch aus den Geschichtsbüchern kennt. Mit Willy-Zitaten von gestern lassen sich nicht die Fragen von morgen beantworten.

Wo steht bei dieser Erneuerung die NRWSPD?

Wir haben uns auf den Weg gemacht. Wir klären: Für welches Leitbild steht die SPD eigentlich? Mit welcher grundsätzlichen Haltung gehen wir die Politik in Nordrhein-Westfalen an? Inhaltlich ist die Bildung ein großer Bereich, wo wir uns von einigen alten Zöpfen trennen müssen. Die Diskussion dazu läuft. Zudem bereiten wir die Kommunalwahlen vor. Sie sind 2020 von herausragender Bedeutung, denn wir wollen uns in den Städten und Gemeinden als Regierungspartei angreifen und punkten. Ohne Erfolg in den Kommunen ist die Volkspartei SPD eine Dame ohne Unterleib. Insgesamt haben wir das Jahr genutzt, um die Niederlagen zu verdauen. Das neue, jüngere Team im Landesvorstand kann jetzt selbstbewusst die Arbeit angehen und mit alltagstauglicher Politik die Landesmeisterschaft für die SPD zurück holen.

Sebastian Hartmann als Landesvorsitzender und Nadja Lüders als Generalsekretärin wurden dem Landesvorstand vorgeschlagen. Was zeichnet die Beiden für die Aufgaben aus?

Ich kenne Sebastian Hartmann seit vielen Jahren, obwohl er mit 40 Jahren noch recht jung ist. Er ist ein moderner, kluger Antreiber. Das Team aus allen Landesteilen und allen politischen Ebenen braucht einen Mannschaftskapitän, der den politischen Gegner mit neuen Ideen, Kreativität und Durchsetzungsstärke aus dem Spiel nimmt. Sebastian kann das. Er wird bei Zukunftsthemen wie digitale Arbeitswelt oder Friedenspolitik Akzente setzen. Und Nadja meistert als SPD-Vorsitzende in Dortmund eine herausfordernde Aufgabe mit Bravour. Sie kennt unsere Stärken und Schwächen im Ruhrgebiet und weiß als stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag, wo es in der Landespolitik drauf ankommt. Als versierte Juristin ist sie mit allen Wassern gewaschen, in denen man gebadet haben muss, um sich in diesem immer noch männerdominierten Umfeld durchzusetzen.

Du warst Generalsekretär, Abgeordneter in Land und Bund, Verkehrsminister, Landesvorsitzender – was hast Du nach 17 Jahren in landespolitischer Verantwortung vor? Stöberst Du schon in einigen Urlaubsportalen?

Ich bin noch ein Jahr Mitglied im SPD-Parteivorstand. Und ich werde auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt des Landesvorsitzenden mit Leidenschaft SPD-Mitglied sein. Eine aktive Rolle in der Politik strebe ich nicht mehr an. Wenn aber Not am Mann ist und ich mit Rat und Tat helfen kann: Meine Telefonnummer ist weiterhin erreichbar. Die Woche nach dem Landesparteitag wird jedenfalls eine große Freude für unseren Hund. Diese Tage werden ihm und der Eifel gehören. Ich mach mir dann auf dem Ahrsteig mal Gedanken, was die zusätzliche Freizeit für mich und mögliche neue Aktivitäten bedeuten kann.

Worauf schaust Du mit einem guten Gefühl zurück?

Ich habe bei den Jusos mal in tiefer Abneigung gegen die gestriegelten Jungs von der Schüler-Union begonnen. Deswegen bin ich auch heute mit 61 Jahren immer noch enttäuscht, wenn wir „Wir gegen uns selbst“ spielen. Wir sind immer dann stark, wenn wir uns mit Teamgeist gegen den politischen Gegner beweisen. Auf die vielen Momente, in denen wir das geschafft haben, bin ich stolz. Ein persönlicher Höhepunkt war die Zeit als Bau- und Verkehrsminister, die ich zweifelsohne Hannelore Kraft verdanke. Sie hat 2007 eine desolate SPD aufgerichtet und für uns den Karren gezogen – häufig auch aus dem Dreck. Die SPD muss zwischen „Hosianna“ und „Kreuzigt ihn oder sie“ mehr Luft schnappen. Wenn ich da als „Mike, der immer geradeaus ist“ in Erinnerung bleibe, würde ich mich freuen.

Interview: www.nrwspd.de

 
 

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