Kassenärztliche Vereinigung hat wenig Zeit für Rhade

Veröffentlicht am 13.03.2018 in Gesundheit

SPD-Einladung muss Umweg über Verwaltung nehmen

Spannend war es im November 2017 – und informativ. Die beiden Rhader Allgemeinmedizinerinnen Dr. Marlies Weddeling und Marion Hüttermann folgten einer Einladung der örtlichen SPD, um über die ärztliche Versorgung in unserem Ort öffentlich zu diskutieren. Und dass diese verbesserungswürdig ist, erkennen nicht nur wartende Patienten, sondern auch die Ärztinnen, die mit einer Wochenarbeitszeit von 65 bis 70 Stunden versuchen, die Lage zu entspannen. Letztlich wurde aber eingeräumt, dass eine messbare Entlastung nur durch einen weiteren Arzt oder eine Ärztin zu erreichen sei. Also ein Fall für die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die für die Zuweisung zuständig ist. Diese bemüht die Statistik, die auf Durchschnittswerte zurück greift. Und danach muss Rhade weiter „in die Röhre“ blicken. Christoph Kopp, SPD-Vorsitzender in Rhade hatte zugesagt, den direkten Kontakt mit der KV zu suchen, um eine Folgeveranstaltung anzubieten. Nun teilt er mit, dass die KV keine Ressourcen hat, um einer Einladung der SPD zu folgen. Aber, so das Angebot, wenn der Stadtrat „rufen“ würde, sehe das, salopp gesprochen, anders aus. Gesagt, getan. Christoph Kopp hat der Dorstener SPD-Stadtratsfraktion einen Brief geschrieben, einen entsprechenden Antrag im Stadtrat einzubringen. Gespannt warten die Rhader SPD und sicherlich die interessierte Öffentlichkeit, ob es so zu einer weiteren Veranstaltung vor Ort kommen wird. „Vielleicht lassen sich dabei auch ähnlich gelagerte ärztliche Probleme anderer Dorstener Ortsteile klären“, so Christoph Kopp abschließend.

Das Schreiben im Wortlaut:

An SPD Ratsfraktion Dorsten, Halterner Str. 28, 46284 Dorsten

Thema: Ärztliche Unterversorgung in Rhade
Antragsteller: SPD-Ortsverein Rhade
Antrag: Der Rat der Stadt Dorsten möge eine problemlösende Informationsveranstaltung mit der „Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe“(KVWL) und den beiden Rhader Ärztinnen für Allgemeinmedizin, Frau Dr. Weddeling und Frau Hüttermann durchführen.


Sehr geehrte Damen und Herren,
zur hausärztlichen Versorgung gibt es in Rhade eine Arztpraxis, die von den Ärztinnen Frau Dr.Marlies Weddeling und Frau Marion Hüttermann geführt wird. Zwischen 3500 und 3800 Patienten müssen pro Quartal von den beiden Medizinerinnen behandelt werden. Außerhalb der Praxiszeiten sind noch schwerkranke Patienten in Hausbesuchen zu betreuen. Daraus ergibt sich für beide Ärztinnen eine Wochenarbeitszeit von 65 bis 70 Stunden. Aufgrund der hohen Patientenzahl droht ihnen am Quartalsende auch noch die Deckelung des
Budgets, da die Budgetierung nicht an die Patientenzahl gekoppelt ist.
Etliche Bürgerinnen und Bürger in Rhade fühlen sich ärztlich unterversorgt.
Diese Problemsituation wurde auf unserer Ortvereinsversammlung im Oktober 2017 dargestellt. Die KVWL wurde Ende Januar von uns zur Ortsvereinsversammlung eingeladen. Im Telefongespräch erklärte mir daraufhin Herr Ansgar von der Osten von der KVWL (Leiter des Bereichs Zulassung und Sicherstellung), dass bei der KVWL für derartige Parteiveranstaltungen keine Ressourcen vorhanden seien. Die Anfrage/Einladung müsste schon vom Rat der Stadt Dorsten kommen, was wir hiermit anstreben.
Die Rufnummer von Herrn von der Osten lautet: 0231 94323232
Hinweis: Vielleicht lassen sich bei einer derartigen Veranstaltung auch ähnlich gelagerte ärztliche Probleme anderer Ortsteile Dorstens klären.
Mit freundlichen Grüßen

Christoph Kopp, Vorsitzender der Rhader SPD

 
 

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