Keine Überraschung!

Veröffentlicht am 16.11.2018 in Schule und Bildung

Die geplante Eigenständigkeit der Bonifatiusschule ist eine gute Nachricht für Dorsten und ein wichtiger und richtiger Schritt auf dem Weg zu einer sozial gerecht und fair aufgestellten Schullandschaft in unserer Stadt – aber keine wirkliche Überraschung.
Die Geschichte der Bonitatiusschule, ist ein Beispiel für die kurzsichtige und ausschließlich an Kosten orientierte Schulplanung unserer Stadt – zu Lasten der Lehrer und Schulleiter, die den Spagat zwischen 2 Schulen irgendwie stemmen müssen und vor allem auch zu Lasten unserer Kinder. Denn selbstverständlich war die Entwicklung der Schülerzahlen an unseren Grundschulen, in den Stadtteilen Holsterhausen und Hervest – spätestens mit der Schließung der Wichernschule im Marienviertel – absehbar.
 

Über 26.000 Einwohner leben in diesen beiden Stadtteilen. Und seit der Schulschließung in 2015 verteilen sich die Kinder hier im Wesentlichen auf 4 verbleibende Grundschulen. Unser Bürgermeister und die Mehrheit im Rat argumentierte damals damit, dass Dorsten sich den „Luxus“ einer 5 Grundschule in diesem Bereich nicht mehr leisten könne.

Entgegen der Empfehlung des offiziellen Schulgutachters unserer Stadt und entgegen der Empfehlungen der städtischen Fachgremien, Schulausschuss und Schulentwicklungs-kommission, wurde eine Schule geschlossen, für die nachweislich auf Jahre hinaus genügend Schüler prognostiziert waren.

Die Folge ist die Überfüllung der umliegenden Grundschulen, mit Klassenstärken von teilweise mehr als 30 Kindern und das auch in Ortsteilen mit einer hohen Zahl an Kindern mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Verhältnissen.

Ich glaube, wir müssen uns den „Luxus“ eines gerechten Schulsystems unbedingt erlauben!“ so Jennifer Schug. Es ist die ureigenste Pflicht unserer Stadt flächendeckend für eine gute Bildungsqualität aller Kinder zu sorgen. Und dazu bedarf es, – dass hat die Geschichte der Bonifatiusschule wieder einmal deutlich gemacht – einer modernen Schulplanung, die sich – losgelöst von Kosten – an Qualität, Gerechtigkeit und dem Wohl unserer Kinder orientiert.

 
 

Jennifer Schug 
Stadtverbandsvorsitzende
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Friedhelm Fragemann
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