Schule: Schafft endlich mehr Chancengleichheit!

Veröffentlicht am 22.05.2018 in Bildung & Forschung

Investitionen in Grundschulen versprechen den größten Bildungserfolg für ALLE Kinder

Fakten, Fakten, Fakten

Nach wie vor leistet sich unser Land, besser leisten sich unsere 16 Bundesländer ein Bildungssystem, das von gestern ist. Ideologische Scheuklappen der Politik verhindern „erfolgreich“ Verbesserungen, die die Wissenschaft „alle Jahre wieder“ fordert und mit Fakten unterlegt. Nach wie vor entscheidet die soziale Herkunft über den Bildungserfolg. Der Beweis:

  • Von 100 Kindern mit mindestens einem studierten Elternteil beginnen 74 ein Studium
  • 63 davon schließen mit Bachelor ab, 45 mit dem Masterabschluss, 10 promovieren.
  • Von 100 Kindern, deren Eltern keine Hochschule besucht haben, sind es nur 21, die ein Studium beginnen.
  • Davon schaffen nur 15 den Bachelor, 8 machen weiter bis zum Master und nur eine Person erlangt den Doktortitel.

Während im Durchschnitt die OECD-Staaten 5,2% ihrer Wirtschaftsleistung in Bildung investieren, sind es bei uns nur 4,3%! Es ist aber nicht nur das Geld, das einen Durchbruch zum Besseren verhindert, es ist auch unser Schulsystem. Die wissenschaftliche Forschung nennt 3 Maßnahmen, die eine Wende bringen würden:

  1. Stärkere Investition in die frühkindliche Bildung. Je früher gefördert, je geringer die spätere Benachteiligung.
  2. Die frühe Verteilung der Schulkinder auf unterschiedliche Schularten fördert die Ungleichheit, verhindert die Chancengleichheit der Schüler. Alle wichtigen Industrieländer wären hier Vorbild für Deutschland.
  3. Die Bildungsausgaben fließen nicht gerecht. Anstatt mit der Gießkanne zu verteilen, müssen besonders Grundschulen gefördert werden, so mehrere wissenschaftliche Studien, die sich mit der geschilderten Faktenlage auseinandergesetzt haben.

Es läuft also einiges falsch bei uns. Obwohl wir das wissen, lernen ...

wir nicht dazu. Nach wie vor halten wir an einem Bildungssystem fest, das nicht zukunftsfähig ist. Verantwortlich sind einerseits Parteien, die aus ihrer Ideologiefalle nicht herausfinden, aber auch Eltern, die Kraft ihrer Herkunft „etwas geworden sind“ und ihren Vorteil im Interesse ihrer eigenen Kinder verteidigen. Und wer immer noch glaubt, dass Bildung weniger wert ist, wenn sie jeder hätte, irrt nicht nur, sondern hat nichts verstanden.

Eigener Beitrag auf Grundlage eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung „Dumm und nichts gelernt“ von Catherine Hoffmann am 19./20./21. Mai 2018

 
 

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